Geschichten

Ich höre gerne zu wenn andere Geschichten erzählen. Haben auch Sie was zu sagen, dann können Sie es hier tun. Ich sammle die Geschichten und möchte die besten davon veröffentlichen.

Es geht um keinen Literatur-Wettbewerb, sondern einfach um erlebte Geschichten: Kurz und wahr sollen sie sein!

Egal ob lustig, tragisch, abenteuerlich, berührend, schauerlich, persönlich, bewegend oder spannend. Geschichten die das Leben schreibt, Geschichten über die Liebe, den Tod, den Krieg, die Familie, Freundschaften, Tiere, Reisen oder auch mystische Geschichten, kuriose Ereignisse und absonderliche Zufälle, rätselhafte Begegnungen, „Ironien des Schicksals“ etc.

Schreiben Sie mir Ihre Geschichte an: barbara@wolflingseder.at


Schicksalhafte Begegnung auf der Kagranerbrücke - Ein Wiener Taxifahrer erzählt

Vor sehr, sehr vielen Jahren, da gab´s auf der Kagranerbrücke ein Lokal, das hat „Lido“ geheißen. Ich hab´ einen Funkauftrag übernommen zu diesem „Lido“ und dort ist ein Mann gestanden, so um die 50 Jahre, der das Taxi gerufen hat. Daneben stand ein junges Mädel, ungefähr zwischen 18 und 25 Jahren. Und wie der Mann bei mir einsteigt, hat mich das Mädel gebeten ihr auch ein Taxi zu rufen.

Das ist aber nicht so einfach, denn wenn man ein Taxi verbindlich bestellt, dann muss der Taxifahrer solange warten, bis der Kollege kommt. Erst dann darf man fahren. Das konnte ich aber dem Fahrgast nicht antun. Hab´ ich zu dem Fahrgast gesagt: „Hearns, die junge Dame braucht a Taxi.“

Darauf meint er: „Na, nehma´s hoit mit.“ Er wollte am Kagranerplatz, das Mädchen in den 21. Bezirk, nach Floridsorf. Gut, fahr´ ich zuerst den Herren nach Hause. Wir sind Richtung Kagranerplatz gefahren, die zwei haben sich unterhalten. Ich hab´ immer so Wortfetzen gehört: „Wo wohnen Sie denn im 21.? Aha, in der Pragerstraße. Dort hab´ ich eine Tochter, die hab´ ich aber schon ewig nicht gesehn.“ „Ja, die Pragerstraße ist lang. Wie heißt denn Ihre Tochter?“ „Ich weiß gar nicht mehr wie sie ausschaut, die war damals noch so klein, wie ich mich scheiden hab´ lassen.“

Und dann waren wir am Kagranerplatz, der steigt aus, verabschiedet sich. Da sagt das Mädel auf einmal: „Jetzt haben Sie mir aber den Namen noch nicht gesagt von Ihrer Tochter. Vielleicht kenn´ ich sie zufällig.“ Der Herr sagt den Namen und das Mädel meint: „So heiß´ ja ich!“ Der Herr war sichtlich außer sich: „Das darf nicht wahr sein, dann bist ja Du meine Tochter!!!“ Der hat seine Tochter 15 Jahre nicht gesehen, hat natürlich auch nicht gewusst wie sie jetzt ausschaut.

Also irgendwie muss es schon eine Bestimmung geben, weil das gibt´s ja normal nicht. Die sind dann alle zwei in den 21. Bezirk gefahren und haben wahrscheinlich noch gefeiert.



(Johann Uchitil - Wien, Donaustadt)